Warum du nach dem Start fast immer falsch reagierst – der kritischste Moment beim Modellfliegen
Wer Modellfliegen lernen möchte, erlebt es fast immer gleich:
Der Start fühlt sich chaotisch an. Die ersten Sekunden sind unruhig, das Modell reagiert scheinbar unberechenbar – und oft endet genau dieser Moment in einem Modellfliegen Absturz. Viele glauben, sie hätten falsch gesteuert oder das Modellflugzeug sei ungeeignet. Tatsächlich liegt die Ursache woanders.
Der Start ist kein normaler Flugzustand.
Und genau das ist der entscheidende Punkt, den viele Anfängerfehler erklären.
Warum der Start der kritischste Moment im Modellflug ist
In den ersten Sekunden nach dem Wurf passiert etwas Einmaliges:
Das Modell hat noch keine Geschwindigkeit. Es befindet sich in einem Übergangszustand – weder richtig am Boden noch stabil im Flug. Genau dieser Übergang macht den Start so schwierig.
Das Modell reagiert in dieser Phase:
empfindlicher
ungleichmäßiger
deutlich anders als im späteren Flug
Der Start ist ein fließender Übergang, bei dem sich das Flugverhalten ständig verändert. Und dieser Übergang dauert beim Modellflug nicht Minuten wie in der echten Fliegerei, sondern nur wenige Sekunden. Genau diese Sekunden entscheiden darüber, ob der Flug ruhig beginnt oder sofort instabil wird.
Warum Anfänger diesen Übergang falsch einschätzen
Viele Modellfliegen lernen als Anfänger, ohne zu verstehen, was in diesen ersten Sekunden tatsächlich passiert. Es gibt keine klare Rückmeldung:
Man sieht das Modell
man hält die Fernsteuerung
aber man spürt nicht, wie viel Steuerwirkung gerade vorhanden ist
Gleichzeitig passiert extrem viel:
werfen
beobachten
ausrichten
reagieren
steuern
Alles in einem sehr kurzen Zeitraum. Diese Kombination führt fast zwangsläufig zur Überforderung.
Der Wurf entscheidet mehr, als viele denken
Noch bevor bewusst gesteuert wird, legt der Wurf bereits den Grundstein für den weiteren Verlauf:
Zu steil nach oben → Strömungsabriss
Zu steil nach unten → kaum Reaktionszeit
Zu schwach → sofortiges Absacken
Zu kräftig → schnelles Hochziehen, erneuter Abriss
Schräger Wurf → sofortige Kurve
Bevor das überhaupt bewusst wahrgenommen wird, befindet sich das Modell schon in einer Fluglage, die schwer zu kontrollieren ist. Und genau hier entstehen viele Modellfliegen Absturz-Situationen.
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Warum die erste Reaktion fast immer falsch ist
In dieser Phase reagiert der Flieger für den Piloten oft unerwartet. Die Reaktion darauf ist instinktiv:
Manche steuern viel zu stark
andere reagieren gar nicht
wieder andere lenken extrem vorsichtig und hoffen, dass es sich „von selbst“ beruhigt
Alle drei Reaktionen verschärfen die Situation. Nicht, weil sie falsch gemeint sind, sondern weil sie nicht zu diesem Übergangszustand passen.
Warum sich das Modell plötzlich völlig anders anfühlt
Ein zentraler Punkt beim Modellfliegen lernen:
Die Steuerwirkung ändert sich während des Starts permanent.
Am Anfang reagiert das Modell kaum – es fehlt Geschwindigkeit
Kurz darauf reagiert es plötzlich sehr stark
Was eben noch zu langsam war, ist auf einmal zu schnell
Was eben noch stabil war, kippt plötzlich weg
Für Anfänger fühlt es sich an, als würde das Modell ständig seinen Charakter wechseln. Es wirkt unberechenbar, obwohl es in Wirklichkeit nur seinen Referenzpunkt ändert.
Kommt dann noch Wind dazu:
von der Seite
leicht schräg
oder direkt von vorne
verändert sich das Verhalten erneut. Jeder Start fühlt sich anders an – und ohne Verständnis wird genau das zum Problem.
Warum der Start kein normaler Teil des Flugs ist
Ein häufiger Denkfehler:
Der Start wird als „erster Teil des Fluges“ gesehen. Das ist er nicht.
Wenn dieser Übergang vom ruhenden Zustand zum Flug nicht sauber gelingt, ist man sofort mit Rettungsversuchen beschäftigt:
hoch
runter
Seite
hektische Korrekturen
Das fühlt sich chaotisch an, nicht weil man nichts tut, sondern weil man alles gleichzeitig tun muss, während das Modell noch keine stabile Fluglage hat.
Im späteren Flug ist das anders:
mehr Zeit
gleichmäßigere Reaktionen
klare Rückmeldung
Genau das fehlt beim Start.
Warum Reflexe am Anfang nicht helfen
Viele reagieren reflexartig:
geht er zur Seite → sofort lenken
sackt er ab → ziehen
geht er hoch → drücken
Diese Reflexe sind nicht falsch – sie passen nur nicht zu diesem Übergangszustand. Die nötigen Automatismen fehlen noch. Und die entstehen nicht durch Glück, sondern durch gezieltes Üben und Verstehen.
Das Problem ist also nicht, dass reagiert wird, sondern wie reagiert wird – ohne zu wissen, was das Modell in diesem Moment wirklich braucht.
Warum die ersten Sekunden über den ganzen Flug entscheiden
Die ersten Sekunden entscheiden nicht, weil danach alles leichter wird, sondern weil hier festgelegt wird, in welchem Flugzustand der weitere Flug stattfindet.
Gelingt der Übergang sauber:
entsteht Stabilität
es bleibt Zeit zum Beobachten
es bleibt Zeit zum Reagieren
Fliegen wird möglich statt reines Retten
Genau deshalb fühlen sich gute Flüge oft so an, als wären sie schon beim Start entschieden worden.
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Fazit: Falsche Reaktionen sind kein Zufall
Wenn du nach dem Start fast immer falsch reagierst, liegt das nicht an fehlendem Talent und nicht am Modellflugzeug. Es liegt daran, dass der Start ein eigener, hochkritischer Übergang ist, der beim Modellfliegen lernen als Anfänger oft unterschätzt wird.
Wer diesen Übergang versteht und gezielt angeht, reduziert:
typische Anfängerfehler
hektische Reaktionen
unnötige Modellfliegen Abstürze
Und gewinnt genau das, was am Anfang fehlt:
Zeit, Kontrolle und Sicherheit.
Ich wünsche Dir viele gute Flüge, Dein Max ✈️
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